LAUFENDE ERMITTLUNG

Der Coupvon der Insel

AKTENZEICHEN MI-2017/05 · STATUS: UNGELÖST

In der Nacht zum 27. März 2017 verschwand vom Bode-Museum eine Goldmünze mit 100 Kilogramm Gewicht. Sie wurde nie wiedergefunden. Und sie ist längst nicht der einzige merkwürdige Fall auf dieser Insel. Ab jetzt seid ihr die Ermittler.

ERMITTLER Paul ERMITTLER Oliver ERMITTLER Joshua DIENSTSTELLE 10a
Ermittlung aufnehmen Zum Tresor

Euer Auftrag

Die Museumsinsel sieht harmlos aus: fünf Museen, ein bisschen Antike, viel Marmor. Tatsächlich ist sie einer der spannendsten Tatorte Berlins – hier wurde geraubt, gestritten, versteckt und verschwunden. Wir laufen die Insel gemeinsam ab, und an jedem Haus wartet ein Fall.

  • 1Zuerst die Fälle. Fünf Häuser, fünf kurze Akten — wir lesen sie euch vor, das dauert keine fünf Minuten.
  • 2Dann wird ausgelost. Der Zufall entscheidet, wer in welcher Gruppe ist und welchen Tatort ihr bekommt.
  • 3Zwölf Minuten für alle. Hingehen, die drei Fragen vor Ort beantworten, zurück sein, bevor die Uhr auf null steht.
  • 4Jede richtige Gruppe liefert eine Ziffer. Erst alle vier zusammen öffnen den Tresor — keine Gruppe kommt allein ans Ziel.
Regieplan — nur für uns drei
0:00–1:30Auftrag & Rahmen: „Ihr seid ab jetzt Ermittler."Paul
1:30–5:30Die fünf Fälle vorlesen lassen (Erzähler-Knöpfe)alle drei
5:30–6:30Auslosung: Gruppen und Tatorte ziehenOliver
6:30–7:00Uhr auf 12 Minuten stellen und startenJoshua
7:00–19:00Gruppenphase: 12 Minuten auf der Inselwir verteilen uns
19:00–21:30Antworten eintragen, Ziffern sammelnalle drei
21:30–25:00Tresor öffnen, Auflösung des Coups, Bildarchiv als ZugabeJoshua
Sonderkommission

Die Ermittler

Drei Ermittler, fünf Fälle, eine Insel. Wer euch heute wobei durchs Verhör führt.

Dienstausweis10a-01
Foto folgt

Paul

Ermittlungsleitung

Übernimmt den Einsatzbefehl, führt die Gruppe über die Insel und hält die Fäden zusammen. Kennt die Akte zum Alten Museum auswendig.

Zuständig: Fall 01 · Bildarchiv · Auftrag
Dienstausweis10a-02
Foto folgt

Oliver

Spurensicherung

Zuständig für alles, was ausgegraben, verschifft oder verschleppt wurde: Nofretete, der Schatz von Troja und Zehntausende Ziegel aus Babylon.

Zuständig: Fall 02 · Fall 03
Dienstausweis10a-03
Foto folgt

Joshua

Verhör & Beweisführung

Nimmt sich die ungeklärten Sachen vor: die Ölspur von 2020 und den Coup mit der Schubkarre. Führt am Ende das Verhör der Klasse.

Zuständig: Fall 04 · Fall 05 · Verhör
Fall 01 · Altes Museum
Beweisfoto 01

Der Tempel, der keiner ist

≈ 2–3 Min
ERÖFFNET 1830 · ARCHITEKT KARL FRIEDRICH SCHINKEL · TATORT-TYP: TÄUSCHUNG

Erster Eindruck: ein griechischer Tempel. Zweiter Eindruck: Moment mal – Berlin liegt nicht in Griechenland, und das Ding ist keine 200 Jahre alt. Genau das war der Plan. Karl Friedrich Schinkel baute 1830 absichtlich eine gewaltige Säulenfront, damit jeder Besucher denkt: Hier drin ist etwas Heiliges.

Am 3. August 1830 öffnete das Haus – und zwar für alle. Bis dahin hing die Kunst in Schlössern, wo Normalsterbliche nicht hineinkamen. König Friedrich Wilhelm III. gab seine private Sammlung frei. Für damalige Verhältnisse war das ungefähr so radikal, wie heute sein Handy-Passwort der ganzen Klasse zu geben.

Im Inneren wartet die Rotunde, eine Kuppelhalle, direkt abgeschaut vom Pantheon in Rom. Die Besucher sollten hier stehen bleiben wie in einer Kirche – nur dass statt Heiligenfiguren antike Statuen an den Wänden standen.— Aktennotiz: Bauakte Schinkel, Kapitel „Wirkung auf den Besucher"
Fall 02 · Neues Museum
Beweisfoto 02

Die Frau mit einem Auge

≈ 3 Min
ERÖFFNET 1855 · WIEDERERÖFFNET 2009 · TATORT-TYP: STREITFALL SEIT ÜBER 100 JAHREN

6. Dezember 1912, Amarna in Ägypten. Ein deutsches Grabungsteam unter Ludwig Borchardt buddelt in den Resten einer Bildhauerwerkstatt und stößt auf ein Gesicht. Borchardt schreibt an diesem Abend nur einen einzigen Satz ins Tagebuch: „Beschreiben nützt nichts, ansehen."

Der erste Verdacht: Warum fehlt ihr das linke Auge? Diebstahl? Beschädigung? Die wahrscheinlichste Erklärung ist unspektakulär und trotzdem verrückt: Die Büste war vermutlich nie fertig — ein Vorführmodell des Bildhauers Thutmose für seine Schüler. Das meistfotografierte Gesicht der Antike ist womöglich eine Übungsaufgabe.

Der zweite Verdacht ist heikler. Bei der Aufteilung der Funde 1913 ging die Büste nach Berlin. Ägypten wirft Deutschland seit den 1920er-Jahren vor, der Fund sei damals bewusst unscheinbar dargestellt worden. Die Berliner Museen halten die Aufteilung für rechtmäßig. Geklärt ist der Streit bis heute nicht.

Nebenakte, gleiches Haus: Der „Schatz des Priamos", den Heinrich Schliemann in Troja ausgrub, lagerte im Zweiten Weltkrieg in einem Berliner Bunker — und war ab 1945 spurlos verschwunden. Erst 1993 gab Russland zu: Er liegt in Moskau. Dort ist er bis heute.— Vermisstenakte Nr. 2, Museum für Vor- und Frühgeschichte
Fall 03 · Pergamonmuseum
Beweisfoto 03

14.000 Kisten aus dem Wüstensand

≈ 2–3 Min
ERÖFFNET 1930 · AUSGRABUNG ROBERT KOLDEWEY 1899–1917 · TATORT-TYP: UMZUG XXL

Der Archäologe Robert Koldewey grub im heutigen Irak jahrelang in den Ruinen Babylons und fand Zehntausende glasierte Ziegel — nachtblau, mit goldenen Stieren und Fabeldrachen darauf. Die Teile wurden verpackt und nach Berlin verschifft, wo sie jahrelang wie das größte Puzzle der Welt wieder zusammengesetzt wurden. Ergebnis: das Ischtar-Tor, einst der Prachteingang von Babylon, heute mitten in Berlin.

Und jetzt die schlechte Nachricht, ehrlich und ungeschönt: Der berühmte Pergamonaltar ist wegen Sanierung hinter Bauzäunen verschwunden und bleibt es noch Jahre. Ein Reiseführer würde das verschweigen. Wir sagen es euch — schließlich sind wir Ermittler, keine Werbeagentur.

Auf dem Tor wechseln sich zwei Tiere immer wieder ab: der Stier, das Tier des Wettergottes Adad — und der Mušḫuššu, ein Fabeldrache mit Schlangenkopf, Löwenbeinen vorn und Adlerkrallen hinten. Er gehörte dem Stadtgott Marduk.— Zeugenaussage: Ziegelfries, Prozessionsstraße Babylon
Fall 04 · Alte Nationalgalerie
Beweisfoto 04

Der Fall der öligen Spur

≈ 3 Min
ERÖFFNET 1876 · ENTWURF FRIEDRICH AUGUST STÜLER · TATORT-TYP: UNGEKLÄRT

Am 3. Oktober 2020 passierte auf der Museumsinsel etwas, das kaum jemand mitbekam: In mehreren Häusern wurden rund 70 Kunstwerke und Objekte mit einer öligen Flüssigkeit besprüht. Sarkophage, Skulpturen, Gemälde. Öffentlich wurde der Fall erst Wochen später. Ein Täter ist bis heute nicht öffentlich bekannt.

Das Gebäude selbst sieht aus wie ein antiker Tempel, der versehentlich auf einen riesigen Sockel gestellt wurde — 40 Stufen hoch, davor eine Reiterstatue. Drinnen hängt eines der leersten und gleichzeitig berühmtesten Bilder Deutschlands: „Der Mönch am Meer" von Caspar David Friedrich. Ein winziger Mensch, ein gewaltiger Himmel, dazwischen: fast nichts.

Als das Bild 1810 zum ersten Mal gezeigt wurde, war das Publikum irritiert. Ein Schriftsteller notierte, beim Anblick sei ihm zumute, „als ob einem die Augenlider weggeschnitten wären". Kunst, die 1810 schon Leute verstörte — das muss man erst mal schaffen.— Zeitgenössische Reaktion, ausgestellt seit 1906 in der Nationalgalerie
Fall 05 · Bode-Museum · HAUPTAKTE
Beweisfoto 05

100 Kilo Gold und eine Schubkarre

≈ 3 Min
TATZEIT: NACHT ZUM 27. MÄRZ 2017 · BEUTE: „BIG MAPLE LEAF" · STATUS: NIE GEFUNDEN

Das Bode-Museum liegt wie ein Schiffsbug an der Nordspitze der Insel. Unter der großen Kuppel liegt das Münzkabinett, eine der größten Münzsammlungen der Welt. Und dort lag bis 2017 ein Ausstellungsstück, das man nicht mal eben einsteckt: die kanadische Goldmünze „Big Maple Leaf" — 100 Kilogramm reines Gold, 53 Zentimeter Durchmesser, aufgedruckter Wert 1 Million kanadische Dollar. Der reine Goldwert lag bei etwa 3,7 Millionen Euro.

In der Nacht zum 27. März 2017 stiegen die Täter über die S-Bahn-Gleise hinter dem Museum ein, schlugen ein Fenster ein und holten die Münze heraus. Kein Helikopter, keine Laser, keine Hightech: Leiter, Seil, Schubkarre. Das Werkzeug hätte in jeden Baumarkt gepasst.

2020 wurden drei Männer verurteilt — unter ihnen ein junger Wachmann des Museums, also ausgerechnet jemand, der eigentlich aufpassen sollte. Die Münze selbst blieb verschwunden. Ermittler gehen davon aus, dass sie längst zerteilt und eingeschmolzen wurde.— Urteilsakte, Landgericht Berlin, 2020
Aus dem Bildarchiv

Als diese Häuser neu waren

Fotos und Postkarten aus der Bauzeit — tippt auf ein Bild und schaltet zwischen damals und heute um.

um 1900

Altes Museum

Vor dem Museum lag damals ein Ziergarten mit Springbrunnen — und die Menschen kamen in Anzug und langem Kleid. Das Gebäude selbst hat sich seit 1830 kaum verändert. Verloren ging nur die bunt bemalte Vorhalle: Schinkels Fresken wurden im Krieg zerstört.

nach dem Krieg

Neues Museum

So sah es hier nach den Bombennächten aus: eine ägyptische Statue zwischen Schutt und Balken. Jahrzehntelang stand das Haus offen im Regen. Erst 2009 wurde es wieder eröffnet — mit den Kriegsspuren, die man bis heute an den Wänden sieht.

1905

Pergamonmuseum

Das Gebäude auf dem alten Foto gibt es nicht mehr. Das erste Pergamonmuseum wurde 1901 eröffnet — und schon 1908 wieder abgerissen, weil der Boden absackte und die Wände rissen. Der Bau, den ihr heute seht, entstand danach und wurde erst 1930 fertig.

um 1885

Alte Nationalgalerie

Fast nichts hat sich verändert: Freitreppe, Tempelfront, Reiterstandbild. Nur davor ist der Unterschied zu sehen — damals warteten hier Pferdekutschen auf Besucher.

1905

Bode-Museum

Ein Jahr nach der Eröffnung, damals noch unter dem Namen Kaiser-Friedrich-Museum. Erst 1956 wurde das Haus nach seinem Gründungsdirektor Wilhelm von Bode benannt. Die Kuppel brannte im Krieg aus und wurde wieder aufgebaut.

ASSERVATENKAMMER

Der Tresor

Vier Gruppen, vier Ziffern. Tippt den Code ein — dahinter liegt die Auflösung des größten Falls der Insel.

ASSERVAT 2017/03/27
GESCHLOSSEN · CODE ERFORDERLICH
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Losverfahren

Die Auslosung

Vier Gruppen, vier Tatorte. Den Tatort zieht der Zufall, die Gruppen werden gemischt: Jungs und Mädchen gleichmäßig verteilt, und ein paar Namen landen bewusst nicht zusammen.

24 Namen · 4 Gruppen
Einsatz für die ganze Klasse

Vier Gruppen, vier Tatorte

Die Klasse wird in vier Gruppen ausgelost. Jede Gruppe bekommt einen eigenen Tatort auf der Insel und drei Fragen, die man nur dort draußen beantworten kann. Alle haben dieselbe Zeit. Jede richtige Gruppe liefert eine Ziffer — und erst alle vier Ziffern zusammen öffnen den Tresor. Keine Gruppe kommt allein ans Ziel.

12:00
Startet die Uhr, wenn die Gruppen losgehen. Zurück seid ihr, wenn sie auf null steht — fertig oder nicht.
Noch nicht ausgelost?

Der Tempel

Noch keiner Gruppe zugelost — zur Auslosung
📍Altes Museum — Vorderseite am Lustgarten

Euer Tatort ist das älteste Haus der Insel. Alles, was ihr braucht, steht draußen an der Fassade.

Noch nicht ausgelost?

Die Inschrift

Noch keiner Gruppe zugelost — zur Auslosung
📍Alte Nationalgalerie — unten an der Freitreppe

Euer Tatort sieht aus wie ein griechischer Tempel auf einem Sockel. Schaut nach oben und lest.

Noch nicht ausgelost?

Die Baustelle

Noch keiner Gruppe zugelost — zur Auslosung
📍Zwischen James-Simon-Galerie und Pergamonmuseum

Euer Tatort ist der neueste und der eingerüstetste Teil der Insel gleichzeitig.

Noch nicht ausgelost?

Der Coup

Noch keiner Gruppe zugelost — zur Auslosung
📍Bode-Museum — Nordspitze der Insel

Euer Tatort ist der Ort des Goldraubs von 2017. Ihr steht genau da, wo die Täter waren.

Tresorcode
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Noch keine Gruppe zurück.