Paul
ErmittlungsleitungÜbernimmt den Einsatzbefehl, führt die Gruppe über die Insel und hält die Fäden zusammen. Kennt die Akte zum Alten Museum auswendig.
In der Nacht zum 27. März 2017 verschwand vom Bode-Museum eine Goldmünze mit 100 Kilogramm Gewicht. Sie wurde nie wiedergefunden. Und sie ist längst nicht der einzige merkwürdige Fall auf dieser Insel. Ab jetzt seid ihr die Ermittler.
Die Museumsinsel sieht harmlos aus: fünf Museen, ein bisschen Antike, viel Marmor. Tatsächlich ist sie einer der spannendsten Tatorte Berlins – hier wurde geraubt, gestritten, versteckt und verschwunden. Wir laufen die Insel gemeinsam ab, und an jedem Haus wartet ein Fall.
Drei Ermittler, fünf Fälle, eine Insel. Wer euch heute wobei durchs Verhör führt.
Übernimmt den Einsatzbefehl, führt die Gruppe über die Insel und hält die Fäden zusammen. Kennt die Akte zum Alten Museum auswendig.
Zuständig für alles, was ausgegraben, verschifft oder verschleppt wurde: Nofretete, der Schatz von Troja und Zehntausende Ziegel aus Babylon.
Nimmt sich die ungeklärten Sachen vor: die Ölspur von 2020 und den Coup mit der Schubkarre. Führt am Ende das Verhör der Klasse.
Erster Eindruck: ein griechischer Tempel. Zweiter Eindruck: Moment mal – Berlin liegt nicht in Griechenland, und das Ding ist keine 200 Jahre alt. Genau das war der Plan. Karl Friedrich Schinkel baute 1830 absichtlich eine gewaltige Säulenfront, damit jeder Besucher denkt: Hier drin ist etwas Heiliges.
Am 3. August 1830 öffnete das Haus – und zwar für alle. Bis dahin hing die Kunst in Schlössern, wo Normalsterbliche nicht hineinkamen. König Friedrich Wilhelm III. gab seine private Sammlung frei. Für damalige Verhältnisse war das ungefähr so radikal, wie heute sein Handy-Passwort der ganzen Klasse zu geben.
Im Inneren wartet die Rotunde, eine Kuppelhalle, direkt abgeschaut vom Pantheon in Rom. Die Besucher sollten hier stehen bleiben wie in einer Kirche – nur dass statt Heiligenfiguren antike Statuen an den Wänden standen.— Aktennotiz: Bauakte Schinkel, Kapitel „Wirkung auf den Besucher"
Tippt die Zahl ein und drückt auf PRÜFEN.
6. Dezember 1912, Amarna in Ägypten. Ein deutsches Grabungsteam unter Ludwig Borchardt buddelt in den Resten einer Bildhauerwerkstatt und stößt auf ein Gesicht. Borchardt schreibt an diesem Abend nur einen einzigen Satz ins Tagebuch: „Beschreiben nützt nichts, ansehen."
Der erste Verdacht: Warum fehlt ihr das linke Auge? Diebstahl? Beschädigung? Die wahrscheinlichste Erklärung ist unspektakulär und trotzdem verrückt: Die Büste war vermutlich nie fertig — ein Vorführmodell des Bildhauers Thutmose für seine Schüler. Das meistfotografierte Gesicht der Antike ist womöglich eine Übungsaufgabe.
Der zweite Verdacht ist heikler. Bei der Aufteilung der Funde 1913 ging die Büste nach Berlin. Ägypten wirft Deutschland seit den 1920er-Jahren vor, der Fund sei damals bewusst unscheinbar dargestellt worden. Die Berliner Museen halten die Aufteilung für rechtmäßig. Geklärt ist der Streit bis heute nicht.
Nebenakte, gleiches Haus: Der „Schatz des Priamos", den Heinrich Schliemann in Troja ausgrub, lagerte im Zweiten Weltkrieg in einem Berliner Bunker — und war ab 1945 spurlos verschwunden. Erst 1993 gab Russland zu: Er liegt in Moskau. Dort ist er bis heute.— Vermisstenakte Nr. 2, Museum für Vor- und Frühgeschichte
Jedes Zeichen steht für einen Buchstaben. Setzt sie zusammen und tippt das Wort ein.
Der Archäologe Robert Koldewey grub im heutigen Irak jahrelang in den Ruinen Babylons und fand Zehntausende glasierte Ziegel — nachtblau, mit goldenen Stieren und Fabeldrachen darauf. Die Teile wurden verpackt und nach Berlin verschifft, wo sie jahrelang wie das größte Puzzle der Welt wieder zusammengesetzt wurden. Ergebnis: das Ischtar-Tor, einst der Prachteingang von Babylon, heute mitten in Berlin.
Und jetzt die schlechte Nachricht, ehrlich und ungeschönt: Der berühmte Pergamonaltar ist wegen Sanierung hinter Bauzäunen verschwunden und bleibt es noch Jahre. Ein Reiseführer würde das verschweigen. Wir sagen es euch — schließlich sind wir Ermittler, keine Werbeagentur.
Auf dem Tor wechseln sich zwei Tiere immer wieder ab: der Stier, das Tier des Wettergottes Adad — und der Mušḫuššu, ein Fabeldrache mit Schlangenkopf, Löwenbeinen vorn und Adlerkrallen hinten. Er gehörte dem Stadtgott Marduk.— Zeugenaussage: Ziegelfries, Prozessionsstraße Babylon
Auf dem echten Fries wechseln sich die beiden Wesen streng ab.
Am 3. Oktober 2020 passierte auf der Museumsinsel etwas, das kaum jemand mitbekam: In mehreren Häusern wurden rund 70 Kunstwerke und Objekte mit einer öligen Flüssigkeit besprüht. Sarkophage, Skulpturen, Gemälde. Öffentlich wurde der Fall erst Wochen später. Ein Täter ist bis heute nicht öffentlich bekannt.
Das Gebäude selbst sieht aus wie ein antiker Tempel, der versehentlich auf einen riesigen Sockel gestellt wurde — 40 Stufen hoch, davor eine Reiterstatue. Drinnen hängt eines der leersten und gleichzeitig berühmtesten Bilder Deutschlands: „Der Mönch am Meer" von Caspar David Friedrich. Ein winziger Mensch, ein gewaltiger Himmel, dazwischen: fast nichts.
Als das Bild 1810 zum ersten Mal gezeigt wurde, war das Publikum irritiert. Ein Schriftsteller notierte, beim Anblick sei ihm zumute, „als ob einem die Augenlider weggeschnitten wären". Kunst, die 1810 schon Leute verstörte — das muss man erst mal schaffen.— Zeitgenössische Reaktion, ausgestellt seit 1906 in der Nationalgalerie
Fahrt mit der Maus (oder dem Finger) über das Bild — der Lichtkegel folgt euch. Auf der Leinwand sind viele dunkle Stellen: Risse, Schmutz, alte Farbe. Nur eine davon glänzt ölig. Tippt genau darauf. Warnung: Das ist schwer.
Das Bode-Museum liegt wie ein Schiffsbug an der Nordspitze der Insel. Unter der großen Kuppel liegt das Münzkabinett, eine der größten Münzsammlungen der Welt. Und dort lag bis 2017 ein Ausstellungsstück, das man nicht mal eben einsteckt: die kanadische Goldmünze „Big Maple Leaf" — 100 Kilogramm reines Gold, 53 Zentimeter Durchmesser, aufgedruckter Wert 1 Million kanadische Dollar. Der reine Goldwert lag bei etwa 3,7 Millionen Euro.
In der Nacht zum 27. März 2017 stiegen die Täter über die S-Bahn-Gleise hinter dem Museum ein, schlugen ein Fenster ein und holten die Münze heraus. Kein Helikopter, keine Laser, keine Hightech: Leiter, Seil, Schubkarre. Das Werkzeug hätte in jeden Baumarkt gepasst.
2020 wurden drei Männer verurteilt — unter ihnen ein junger Wachmann des Museums, also ausgerechnet jemand, der eigentlich aufpassen sollte. Die Münze selbst blieb verschwunden. Ermittler gehen davon aus, dass sie längst zerteilt und eingeschmolzen wurde.— Urteilsakte, Landgericht Berlin, 2020
Klickt die vier Schritte in der Reihenfolge an, in der sie passiert sind.
Fotos und Postkarten aus der Bauzeit — tippt auf ein Bild und schaltet zwischen damals und heute um.
Vor dem Museum lag damals ein Ziergarten mit Springbrunnen — und die Menschen kamen in Anzug und langem Kleid. Das Gebäude selbst hat sich seit 1830 kaum verändert. Verloren ging nur die bunt bemalte Vorhalle: Schinkels Fresken wurden im Krieg zerstört.
So sah es hier nach den Bombennächten aus: eine ägyptische Statue zwischen Schutt und Balken. Jahrzehntelang stand das Haus offen im Regen. Erst 2009 wurde es wieder eröffnet — mit den Kriegsspuren, die man bis heute an den Wänden sieht.
Das Gebäude auf dem alten Foto gibt es nicht mehr. Das erste Pergamonmuseum wurde 1901 eröffnet — und schon 1908 wieder abgerissen, weil der Boden absackte und die Wände rissen. Der Bau, den ihr heute seht, entstand danach und wurde erst 1930 fertig.
Fast nichts hat sich verändert: Freitreppe, Tempelfront, Reiterstandbild. Nur davor ist der Unterschied zu sehen — damals warteten hier Pferdekutschen auf Besucher.
Ein Jahr nach der Eröffnung, damals noch unter dem Namen Kaiser-Friedrich-Museum. Erst 1956 wurde das Haus nach seinem Gründungsdirektor Wilhelm von Bode benannt. Die Kuppel brannte im Krieg aus und wurde wieder aufgebaut.
Vier gelöste Fälle, vier Ziffern. Tippt den Code ein — dahinter liegt die Auflösung des größten Falls der Insel.
Die Ermittler fanden eine Leiter an den Gleisen, eine Schubkarre und winzige Goldpartikel — in einem Auto und an der Kleidung der Verdächtigen. 2020 wurden drei Männer verurteilt, darunter ein Wachmann des Museums, der Informationen von innen geliefert hatte.
Die Münze selbst wurde nie gefunden. Die wahrscheinlichste Erklärung: Sie wurde noch in derselben Nacht zerteilt und eingeschmolzen. Aus dem wertvollsten Ausstellungsstück des Münzkabinetts wurden vermutlich ganz normale Goldbarren, die niemand mehr zuordnen kann.
Und der schönste Widerspruch des ganzen Falls: Auf der Münze steht ein Wert von 1 Million kanadischen Dollar. Man hätte mit ihr also theoretisch ganz legal in Kanada bezahlen können — für Gold im Wert von rund 3,7 Millionen Euro. Das schlechteste Geschäft der Kriminalgeschichte.
Handys raus. Jede Frage bezieht sich auf einen unserer Fälle — die Balken füllen sich live, sobald die Klasse abstimmt.